Was hat sich geändert?

Die Nachrichtenagentur dapd hat Berthold Huber, den Ersten Vorsitzenden der IG Metall, im Vorfeld des Gewerkschaftstags über die Krise in Europa, neue Herausforderungen und die 2012 anstehende Tarifrunde befragt. Dabei kommen auch die Wende in der Mitgliederentwicklung und die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Reformen innerhalb der IG Metall zur Sprache.
Huber auf die Frage, ob der Zuwachs an Mitgliedern auf die Reformen oder “eine Art Zeitgeist” zurück zu führen sei:

Sie müssen die Leute überzeugen. Das sind alles selbstständige Menschen mit einem eigenen Kopf. Es geht heute viel stärker um die individuelle Ansprache. Vertrauen ist ganz wichtig. Deshalb gilt für uns: nah ran an die Menschen. Wir haben kein automatisches Wachstum und der Zeitgeist ist das Ergebnis harter Arbeit.

Auf die Frage, was sich geändert habe, antwortet der Erste IG Metall-Vorsitzende:

Wir haben seit Jahren einen Zuwachs in den hochqualifizierten Bereichen: Entwicklung, Design, Planung, Marketing, Finanzierung und so weiter. Das heißt: Wir müssen Menschen mit sehr unterschiedlichen Berufen und Tätigkeiten ansprechen, die nicht per se offen sind für uns. Die Frage der Mitgliederwerbung ist eine Existenzfrage für die IG Metall.

Mit Blick auf das Reformprojekt “IG Metall 2009″ und die damit verbundenen Umverteilung von Mitteln vom Vorstand hin zu den Verwaltungsstellen im Land erklärt Huber, diese Dezentralität sei gewollt. Mitglieder würden in den Betrieben und nicht in der Zentrale in Frankfurt gewonnen. Dafür stünden nun jährlich 20 Millionen Euro zur Verfügung. “Ich glaube nicht, dass damit das letzte Wort gesprochen ist”, erklärte Huber.

Das komplette Interview mit der dapd ist auf weser-ems.business-on.de erschienen.

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse eine Antwort