DGB-Chef für Änderung bei der Arbeitnehmerüberlassung

Am zweiten Arbeitstag des Gewerkschaftstages sprach Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, zu den Delegierten und Teilnehmern des 22. Ordentlichen Gewerkschaftstages. Sommer lobte die Arbeit der Betriebsräte und Gewerkschaften während der Wirtschafts- und Finanzkrise. Ihnen sei es zu verdanken, dass in Deutschland ein massiver Beschäftigungseinbruch verhindert wurde: Durch ihren Einsatz für eine aktive Arbeitsmarktpolitik und konjunkturstützende Maßnahmen, durch eine Absenkung der Arbeitszeit, durch Kurzarbeit und die Abwrackprämie.

Verursacher zahlen nicht für die Krise
In vielen anderen Ländern sind dagegen massiv Arbeitsplätze verloren gegangen. Alleine in den G-20-Staaten müssen in den nächsten fünf Jahren 110 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden, um das Beschäftigungsniveau vom September 2008 wieder herzustellen. Das hat die OECD ausgerechnet. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes kritisierte, dass sich bis heute die Krisenverursacher nicht angemessen an den Krisenfolgen beteiligen. Fahrlässig sei, dass weder in Deutschland noch in der Euro-Zone eine Finanz-Transaktionssteuer eingeführt wurde.

Leiharbeit und Lohndrückerei
Sommer kritisierte die massive Ausweitung des Niedriglohn-Sektors und die Zunahme von prekärer Beschäftigung. Mit der Leiharbeit würden viele Arbeitgeber Lohndrückerei betreiben und die Tarifnormen aushebeln. Dagegen gehen die Gewerkschaften gemeinsam an. Sie wollen die Leiharbeit regulieren. Doch für einen erfolgreichen Kurswechsel auf dem Arbeitsmarkt muss das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz geändert werden.

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